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Status Quo im Wandel -
Status Quo im Wandel

In seiner Unabhängigkeitserklärung bezeichnete Israel sich als „jüdischer Staat“, doch die Bedeutung dieses Begriffes ist unklar. Lang regelte der „Status Quo“ das schwierige Verhältnis zwischen säkularen und orthodoxen Juden regeln soll. Heute fürchten säkulare Juden heute den zunehmenden Einfluss der Religiösen.

© 2011 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable

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Nicht reden, mitmischen -
Nicht reden, mitmischen

Israels bekanntester Fernsehmoderator wurde diese Woche zum Hoffnungsträger, als er seinen Job aufgab um eine neue Partei zu gründen. Er ist nur einer von einer ganzen Reihe von Journalisten, die nicht mehr nur schreiben, sondern mitmischen wollen.

© 2011 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable

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Lange Rede, wenig Sinn -
Lange Rede, wenig Sinn

Eine neue Ansprache von Präsident Baschar Assad eröffnete keine Perspektiven für ein friedliches Ende der Unruhen im Land. Im Gegenteil: Nachbarstaaten haben begonnen, sich auf einen Bürgerkrieg in Syrien vorzubereiten.

© 2011 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable

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Von Rauch und Missbrauch -
Von Rauch und Missbrauch

Eine israelische Perspektive der Affäre um Bundespräsident Christian Wulff.

© 2011 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable

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Realitätscheck -
Realitätscheck

Was ist die Realität in Nahost - eine Kolumne

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Wendepunkt erreicht? -
Wendepunkt erreicht?

Erstmals droht der Kommandant der „Freien Syrischen Armee“ dem Diktator Baschar Assad mit einer Offensive. Selbst die israelischen Geheimdienste glauben ihm: Der Kampf um die Herrschaft in Damaskus könnte einen kritischen Phase erreicht haben. Laut Schätzungen aus Israel könnte Assad in wenigen Wochen gestürzt werden.

© 2011 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable

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Written by Gil Yaron   
Wednesday, 11 January 2012
Nicht reden, mitmischen

Knapp zwei Jahre vor dem geplanten Wahltermin im Oktober 2013 wird Israel von einem neuen Politikfieber erfasst. Zwar hat Premier Benjamin Netanjahu keine Neuwahlen ausgerufen, die Koalition ist stabil. Doch Yair Lapid, Moderator von Israels wichtigster Fernsehnachrichtensendung, stellte Anfang der Woche all das auf den Kopf als er bekanntgab, dass er seinen Job aufgibt um eine Partei der Mitte zu gründen. Meinungsumfragen sagen ihm zwischen 6 und 20 Mandate voraus – seine Partei hat damit das Potential, aus dem Nichts zur zweitgrößten politischen Kraft zu werden. Nur der Likud, die Regierungspartei Netanjahus, erhielte mehr Stimmen als der Ex-Journalist.
   
Der Buchautor, Schauspieler, Talkshow-Host und ehemalige Boxer Lapid ist in Israel ein Haushaltsname. Der fotogene 48 Jahre alte Familienvater schreibt seit Jahren eine Kolumne für die größte Tageszeitung „Jedioth Aharonot“, veröffentlichte elf Bücher und spielte in mehreren Filmen. Zudem stammt er aus einem bekannten Elternhaus: Mutter Schulamit ist Dramaturgin und Bestsellerautorin, Vater Tommi gehörte zur ersten Garde des israelischen Journalismus. Sein Vater machte seinem Sohn den Wechsel zur Politik vor, als die militant anti-religiöse Partei Schinui unter seiner Führung zu einem der wichtigsten Koalitionspartner in Ariel Scharons Regierung wurde. Hier diente Vater Lapid als Justizminister.
   
Yair Lapid pflegt seit Jahren das Image des „neuen Israeli“: Er gibt sich weltoffen, tolerant, stolz auf sein Land und dessen Errungenschaften, aber gleichzeitig kritisch gegenüber den Mängeln im Staat. In einer Zeit zunehmenden Politikverdrusses wurde Lapids Wechsel in die Politik seit mehr als einem Jahr herbeigewünscht. Vor allem Israels pragmatische Mitte und moderate Linke begrüßte den Neuankömmling. Sie ist von Oppositionsführerin Tzippi Livni enttäuscht. Die sozialen Proteste von vergangenem Sommer, bei denen Hunderttausende an Demonstrationen teilnahmen, haben keine politische Bewegung hervorgebracht, die den herrschenden Eliten gefährlich werden. Dazu entflammten Spannungen mit ultra-orthodoxen Extremisten, die Netanjahu als Verbündeter der Siedler und Ultra-Orthodoxen nicht entschieden in die Schranken weist. Viele säkulare Israelis lechzen deswegen förmlich nach einem Hoffnungsträger, der dem zunehmenden Einfluss der Religiösen Grenzen setzt.
   
Der Einwandererstaat Israel steht seit seiner Gründung 1948 vor vielen grundsätzlichen Dilemmas: Das Verhältnis zwischen Staat und Religion ist im Judenstaat ebenso ungeklärt wie die Beziehung zur arabischen Minderheit. Der Friedensprozess mit den Palästinensern sitz fest, während die Peripherie in Armut versinkt und das Sozialwesen kränkelt. Die Begeisterung für Außenseiter wie Lapid ist Ausdruck der Unzufriedenheit vieler Bürger, die sich an einer abnehmenden Wahlbeteiligung ablesen lässt. Sie träumen von einem „Retter“, der, ohne durch politische Deals belastet zu sein, die Probleme ihres Landes endlich löst.

Seit den neunziger Jahren erfuhren bekannte Persönlichkeiten kurz vor Parlamentswahlen immer wieder einen kometenhaften Aufstieg und versuchten, die hart umkämpfte politische Mitte mit einer neuen Partei für sich zu gewinnen. Bisher scheiterten sie kläglich. So glauben viele Beobachter, dass auch der Anreiz Lapids, dessen Name auf Hebräisch „Fackel“ bedeutet, vor den Wahlen ausbrennen wird. Doch Lapid unterscheidet sich von den meisten anderen Hoffnungsträgern: Die waren, wie ein Großteil früherer Premiers und Minister, Offiziere, die das politische Spiel nicht kannten, sondern ihren Anhängern Befehle erteilten. Lapid hingegen ist ein begnadeter Redner, ein Kenner der Politik, der Experten wie den ehemaligen Premier Ehud Olmert zu seinen Beratern und Anhängern zählt.

Damit symbolisiert Lapid den Aufstieg einer neuen Generation israelischer Spitzenpolitiker. Gleich sechs ehemalige Journalisten wurden in bereits bestehenden Parteien in die Knesset gewählt. Schelli Jehimovicz wurde unlängst gar Vorsitzende der Arbeiterpartei. Sie stehen für ein neues, ziviles Israel, in dem eine Karriere in der Armee nicht mehr Grundvoraussetzung für eine politische Karriere ist. Ihr Erfolg rührte von ihrem hohen Bekanntheitsgrad. Das machte ein anderer Neuankömmling in der Arena deutlich: Auch Noam Schalit, der Vater des entführten Soldaten Gilad, bewirbt sich nach sechs Jahren, in denen er in aller Munde war, jetzt um einen Sitz in der Knesset.

© 2011 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable

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© 2012 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable